Gruppenarbeit zum Thema „Ferntraining“

 

Teilnehmer:

Dieter Bauer, Kornwestheim; Eugen Holzinger, Heilbronn; Richard Reinhardt, Schwabbach; Jaroslaw Srokowski, Baden-Baden

 

 

Die Einsatzmöglichkeit des Ferntrainings zur schachsportlichen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen kann im Wesentlichen durch Online-Training, E-Mail-Training und das bereitstellen von Trainingsinhalten und Übungsaufgaben (Datenbanken) im Internet erfolgen. Jede dieser Trainingsarten hat Vorteile und Nachteile, die in einer Diskussion erörtert wurden.

Der wesentliche Vorteil aller Arten des Ferntrainings liegt darin, dass die Fahrten des Trainers und der Kinder bzw. Jugendlichen zum Trainingsort entfallen.

 

1.)  Online-Training

 

Unter Online-Training wird die direkte Kommunikation zwischen Lehrer (Trainer) und Schüler mit Hilfe des Computers via Internet verstanden. Dabei wird eine Bild- und Tonübertragung hergestellt. Um ein reibungsloses Training gewährleisten zu können, sind verschiedene Voraussetzungen erforderlich:

 

-         Computer mit Internetanschluss (möglichst DSL)

-         Gleiches Betriebssystem (z. B. WindowsXP)

-         Net-Meeting-Programm (sollte im Betriebssystem enthalten sein; z. B. bei XP: Start / Ausführen/ conf)

-         SKYPE-Programm: Tool zur Verbesserung der Sprachqualität (kostenlos downloadbar)

-         Headset (Kopfhörer + Mikrofon); Funktion sollte vor dem Training getestet werden!

-         Schachprogramm mit Datenbankfunktion (z. B. Fritz oder Chessbase)

 

Das Online-Training ist die effektivste Ferntrainingsmethode. Es besteht eine direkte Verbindung zwischen Trainer und Schüler. Die Kommunikation ist zweigleisig, dadurch können auftretende Fragen sofort gestellt und beantwortet werden. Es besteht auch die Möglichkeit, Trainingspartien zu spielen und anschließend zu analysieren.

Wegen der Voraussetzungen und der relativ hohen Kosten (ca. 20-30 Euro pro Stunde!) ist diese Trainingsart eher als Privattraining geeignet.

 

2.)  E-Mail-Training

 

Diese Form des Ferntrainings wird bereits im D-Kader angewendet. Der Trainer schickt dabei die Trainingsinhalte in Form von Lehr- oder Lernbriefen per E-Mail an die Teilnehmer der Trainingsgruppe. Dabei wird ein bestimmtes Thema behandelt (z. B. statische und dynamische Elemente der Stellungsbeurteilung) und verschiedene Übungsaufgaben zur Bearbeitung beigelegt. Der Informationsfluss geht dabei allerdings nur in eine Richtung. Die Trainingsinhalte sind allgemein gehalten (Grundlagen) und Rückfragen sind kaum möglich. Da beim E-Mail-Training dem Auszubildenden freigestellt ist, wann und wie viel Zeit er für die Bearbeitung aufwendet, sollte eine Auswertung der Übungsaufgaben in den Lehrgängen erfolgen (-> Kontrollmechanismus notwendig!).

Eine weitere Form des E-Mail-Trainings liegt in der Versendung von gespielten Partien des Schülers an den Trainer. Der Trainer kann dann die Partien analysieren und das Trainingsprogramm individuell zusammenstellen. Diese Trainingsmethode wird von verschiedenen Trainern im Internet angeboten und ist eher als Privattraining geeignet.

 

3.)  Internet (Datenbanken)

 

Die Bereitstellung von Trainingsinhalten, strategischen und taktischen Übungsaufgaben und analysierten Partien auf einer Internetseite ist eine weitere Form des Ferntrainings. Das Training kann dabei online erfolgen oder die Inhalte als Dateien (z. B. Chessbase-Datenbank) zum Herunterladen bereitgestellt werden (Beispiel: Trainingslektionen von Jaroslaw Srokowski). Es könnten auch die behandelten Themen bei F-Kader- und D-Kaderlehrgängen, Trainerarbeiten bei Ausbildungslehrgängen oder Partien von Jugendmeisterschaften online zur Verfügung gestellt werden.

Das Internet bietet natürlich auch die Möglichkeit, Partien online gegen Schachspieler aus der ganzen Welt zu spielen.

 

Der Fernunterricht und das E-Mail-Training sind in den letzten Jahren eine wichtige Säule im Trainingsprogramm von aufstrebenden Schachspielern geworden. Aufgrund der Vorteile wird das Ferntraining in der schachsportlichen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen eine immer größere Rolle spielen.