Gruppenarbeit zum Thema „Hochburgen“
Teilnehmer:
Dieter Bauer, Kornwestheim; Norbert Bogner, Neuhausen; Markus Keller, Mannheim
Die Gruppe stellte sich folgende übergeordnete Themen:
Was macht eine Hochburg aus?
Momentan gibt es in 12 Regionen Baden-Württembergs Talentstützpunkte. Einige davon sind an Standorten, die nicht gerade den Namen „Hochburg des Schachs“ erhalten könnten. Manche Stützpunkte wandern von Trainingstag zu Trainingstag durch die Region, und sind somit per se keine Hochburg.
Laut Leistungssportkonzept der GKL, welches inhaltlich aus dem Konzept Leistungssport des Landessportverbands entlehnt ist, werden Hochburgen als Orte/ Regionen definiert, in denen…
- ein besonders leistungsstarker Verein ansässig ist
- Schach über längere Zeit aktiv ist
- Schach besonders leistungsstark ist
- Schach erfolgreich ist
- Schach in der Öffentlichkeit präsent und verankert ist
- geeignete qualifizierte Trainer ansässig sind
- geeignete Trainings- und Wettkampfstätten vorhanden sind
- Schach kompetent und erfahren organisiert wird
- Aktivitäten von der Talentförderung bis hin zur Kaderförderung stattfinden
-
ein materielles Umfeld
vorhanden ist, das die Bindung leistungsstarker Athleten erlaubt
Darüber hinaus sollte/n …
- professionelle = klare Strukturen vorhanden sein
- gute Kontakte zu Schulen und Jugendeinrichtungen bestehen
- ein funktionierendes regionales Umfeld existieren
- eine große Leistungsbreite herrschen
- Schach mehrmals die Woche zentral angeboten werden
- ein starkes ehrenamtliches Umfeld vorhanden sein
- aber auch teilweise eine hauptamtliche Struktur bestehen
- die individuelle Betreuung / Beratung von Athleten möglich sein
Hilfreich ist zudem, wenn …
- eine Tradition von Schach vorhanden ist
- ein guter Draht zu den Nachvereinen besteht
- gute internationale Kontakte bestehen
Eine Hochburg muss nicht unbedingt einen Bundesligaverein bedingen, umgekehrt sollte es angestrebt sein.
Was bringen Hochburgen?
Es kann davon ausgegangen werden, dass die Einrichtung und der Erhalt von Hochburgen für verschiedene Gruppen förderlich ist. So werden sowohl gute Kinder und Jugendliche, so genannte Talente, aber auch alle Kinder und Jugendliche einen positiven Feedback bekommen. Diese positive Rückkoppelung trifft aber auch den Schachsport insgesamt, den Hauptverein der Region, aber auch die regionalen Vereine.
Einige der Aspekte zur Frage, was Hochburgen bringen, sind:
- die Sportart Schach ist präsenter
- durch Bündelung der Kräfte werden Synergien geweckt
- die Talente entwickeln sich schneller
- durch internationale Konkurrenzfähigkeit kommt es letztlich zu
- politischer Akzeptanz, auch in der Region
- der gesellschaftliche Stellenwert wächst
- höhere Dichte der Leistung, aber auch größere Breite
- die Anzahl der Haupt-Mitstreiter wächst (Menpower)
- die Trainerqualität bessert sich durch Wissensaustausch
Wie viele Hochburgen können in Baden-Württemberg möglich sein?
Welche Hochburgen haben wir (schon)?
Bei kritischer Betrachtung zählen wir zwei Hochburgen, die gleichzeitig Bundesligastandorte sind: Baden-Baden und Eppingen. Darüber hinaus können weitere Orte / Regionen als Hochburgen bezeichnet werden, jedoch mit dem Abstrich, dass entweder kein Bundesligaverein in der Region ansässig ist, oder das Zusammenwirken der Vereine in der Region nicht richtig funktioniert.
In Baden-Württemberg sollte aufgrund der Anzahl der Regionen, der Anzahl an Bundes- oder Zweitligavereinen und der Großstädte in etwa acht bis zehn Hochburgen existieren bzw. deren Bildung gefördert werden.
Die Förderung von Hochburg-Kandidaten sollte eines der Aufgaben der GKL werden.