Gruppenarbeit zum Thema „Optimierung der Förderung
unterhalb D-Kader“
Teilnehmer: Ulrich Haag, Backnang; Jutta Kaczmarczyk, Wutachtal;
Michael Schäfer, Tamm; Nabil Yousfi, Neuenbürg; Günther Beikert, Viernheim
Fragestellungen
Für die Optimierung der
Förderung unterhalb des D-Kaders (d.h. insbesondere Talentstützpunkte) hat die
Gruppe die folgenden Fragestellungen aufgeworfen:
- Wie sollten die
Trainingsgruppen in den Talentstützpunkten zusammengesetzt sein? Dürfen
auch weniger talentierte Kinder zum Training zugelassen werden? Oder
erschwert dies den Trainern die Konzentration der Maßnahmen auf die
eigentliche Zielgruppe? Dürfen auch ältere Kinder mittrainieren, sofern
ihre Spielstärke etwa der der Kaderkandidaten entspricht?
(Hintergrund der Fragestellung ist die von mehreren Gruppenmitgliedern
unabhängig voneinander gemachte Erfahrung, dass sich Kaderkandidaten durch
das Training am Stützpunkt in ihrer Nähe unterfordert fühlten.)
- Wie häufig sollte das
Training stattfinden? Wie lange sollte es jeweils dauern?
- Wie erfahren die Eltern
talentierter Kinder vom Stützpunktsystem?
(Hintergrund der Fragestellung ist die Erfahrung, dass das F-Kader-System
in der Vergangenheit nicht alle Kandidaten für den D-Kader erreicht hat.)
- Ist ein Stützpunkt eine
Plattform für Abwerbeversuche bzw. Vereinsvermittlung?
- Wie sollten die
Standorte der Stützpunkte über das Land verteilt sein? Soll eine
flächendeckende Abdeckung angestrebt werden oder ist eine Konzentration
auf Hochburgen sinnvoll?
- Welche Trainingsinhalte
sollten vermittelt werden?
Thesen
Die Gruppe hat die oben
genannten Fragestellungen diskutiert und hierzu folgende Forderungen für die
Arbeit in den Talentstützpunkten aufgestellt:
- Das Trainingsniveau muss
an den D-Kader-Kandidaten ausgerichtet sein. Ggf. müssen die
Trainingsgruppen verkleinert werden.
- Die Schachorganisation
muss die Eltern potentieller Kaderspieler besser als bisher beraten bzw.
informieren. Als Medium für eine Erstinformation bietet sich ein Flyer an.
Die Verteilung sollte bevorzugt über Bezirksjugendmeisterschaften und
Grand-Prix-Turniere erfolgen, ist aber auch über Vereine und Schulen
möglich.
- Ein Trainingsrhythmus
von 1-2 Wochen mit Trainingseinheiten von jeweils 1-2 Stunden Dauer wird
als optimal angesehen. Die Trainer sollten den Kindern jeweils auch
konkrete Anregungen für das Heimtraining anbieten („Hausaufgaben“).
- Die Trainingsinhalte
müssen mit dem Landestrainer abgestimmt sein.
- Eine gelegentliche
Teilnahme von D-Kader-Athleten als „Gastreferenten“ an Trainings der
Talentstützpunkte bietet beiden Seiten Vorteile (für D-Kader Anerkennung
und für F-Kader Motivation).
Qualitätssicherung
Als unterstützende
Maßnahmen für die Steuerung der Qualität der Stützpunktarbeit schlägt die
Gruppe folgende Maßnahmen vor:
- Die GKL sollte den
Eltern die Qualitätsanforderungen, die sie an die Stützpunkte hat,
mitteilen, damit diese die Möglichkeit haben, Abweichungen festzustellen
und ggf. den Stützpunktleiter darauf anzusprechen.
- Die Cheftrainer sollten
einen mit dem Landestrainer abgestimmten Stoffverteilungsplan jeweils für einige
Unterrichtseinheiten im Voraus schriftlich festhalten und der GKL zur
Kenntnis schicken.
- Die Stützpunktleiter
sollten zu jeder Unterrichtseinheit dokumentieren, welche Inhalte
behandelt wurden (kurz!), wo und wann das Training stattgefunden hat, wer
es geleitet hat und wer daran teilgenommen hat.
- Die GKL sollte die
Zufriedenheit der Eltern mit dem Stützpunktesystem durch einen jährlichen
Feedbackbogen messen.
- Als weitere Maßnahme
kommen – auch unangekündigte – Besuche beim Stützpunkttraining in Betracht.