Gruppenarbeit zum Thema „Trainingspläne“
Teilnehmer:
Hanno Dürr, Stuttgart; Oskar Erler, Kornwestheim; Alexander Häcker, Stuttgart; Jörg Hanisch, Ersingen; Stefan Schork, Ettlingen
Die Gruppe befasste sich mit Struktur und Inhalten von Trainingsplänen und mit der Abstimmung mit dem Wettkampfplan. Sie betrachtete zudem das Umfeld des Athleten.
(A) Struktur einer Trainingsplanung:
… vorausgesetzt wird Wille und Motivation.
Die sportlichen Ziele bestimmen den Anfang, das Zeitkontingent die Reichweite.
A1: Langfristige, mittelfristige kurzfristige Aspekte unterscheiden/ kombinieren.
Wichtig: Jahrestrainingsplan und abgestimmt darauf der Jahreswettkampfplan.
A2: Neben Jahrestrainings- und -wettkampfplan stehen sonstige Vorhaben: Schule, andere Sportarten, musische Aktivitäten, ..., familiäre Ereignisse.
A3: Jeder Trainingsplan ist letztlich individuell auf Alter, Interesse, Kenntnisse und Fähigkeiten abzustimmen. Gruppentrainingspläne verlangen Anpassungen – individuell, zwischen den Trainern ggf. muss die Gruppe zergliedert werden.
A4: Der langfristige Aufbau der Spielstärke soll Vorrang haben gegenüber einer Fixierung auf DWZ-Zahlen oder auf aktuelle Turniererfolge.
(B) Zeitkontingent:
Wieviel Zeit wird für Schach eingesetzt? 30% der TV-Zeit?!
Trainingszeiten mit Trainer im Leistungssport:
- F-Kader ohne Vorbildung: Mind. 4-6 Std./Woche plus Hausaufgaben
- D1-Kader: 6-10 Std./Woche plus selbstständiges Arbeiten
- D3-Kader: Mind.10 Std./Woche plus selbstständiges Arbeiten (siehe z.B. Elisabeth Paehtz als 8-Jährige)
- Minimum: 100 Übungstage je 1,5 Stunden und 50 Wettkampftage je 1-2 Partien zu 3-4 Stunden
(C) Sportliche Ziele:
Beispielhaft:
1. Besser werden --> DWZ-Gewinn (150 bis 250 Punkte pro Jahr)
2. Eine Meisterschaft mitspielen (Kreis, Bezirk, Landesverband, DJEM) und Top-5-platziert
3. D-Kader-Aufnahme
4. Turniere gewinnen oder mind. Top-3-platziert
5. An nationalen und internationalen Meisterschaften teilnehmen; ELO-Zahl erwerben; FIDE-Normen erfüllen.
Eine Faustformel nach J.Hanisch:
Eine Trainingsstunde und eine Wettkampfstunde ergeben einen DWZ-Zuwachs von einem Punkt.
(D) Trainingsplan / Wettkampfplan
Ein Trainingsplan nennt: Zielsetzungen, Zeitvorgaben, Maßnahmen (und Trainer)
Ein Wettkampfplan nennt: Ergebnisziele bezogen auf die Trainingsziele sowie Analysen(zeit) zur Vor- und Nachbereitung (sowie Betreuer und Trainer).
(E) Erfolgsfaktoren / ABC des Erfolges:
Talent / Trainer / Manager wirken zusammen.
Die schwächste Stelle bestimmt schließlich das Ausmaß des Erfolges.
Übersehen und unterschätzt wird die Organisation des Leistungssports, d.h. die Aufgabe des persönlichen Managements, meist von den Eltern besorgt.
Förmliche Verträge zwischen den Beteiligten sind selten, aber eine Selbstverpflichtung ist gegeben und soll angesprochen werden.
Konzentration auf 2 bis 3 Wettkampf-Höhepunkte
Priorität für Schachsport absichern !?
Unterschiedliche Reifezeit für verschiedene Trainingsinhalte beachten.
Lange Phasen für Grundlagentraining vorsehen, ohne Unterbrechung durch Wettkampfvorbereitungen
Periodische Überprüfung der Zielsetzungen
Regelmäßige Analyse der Stärken und Schwächen
Beratung mit dem/durch den Landestrainer (Inhalte, Akzente, Formen).
(F) Ein Jahresplan …
… von Januar bis Dezember beachtet die diversen Meisterschaftstermine, Ferien-, Lehrgangs- und Turniertermine. Danach bleiben nur bestimmte Zeiten für intensives Training. Diese sind v. a. auch mit den Trainern abzustimmen. Ohne einen Heimtrainer und/oder wenigstens einen ‚Wegbegleiter‘/Betreuer wird eine schachsportliche Entwicklung langsamer verlaufen. Sie sind Bezugs- und Vertrauenspersonen des oft sehr jungen Leistungssportlers, neben den Eltern.
Mit ihnen sind auch außerschachliche Aktivitäten (Ausgleichssport, Lebensführung) abzustimmen; sie kennen und berücksichtigen individuelle Situationen, die den schachsportlichen Prozess begleiten und u. U. stören können.
(G) Gewichtungen im (Grundlagen-) Training:
Taktik-Aufgaben, einfache Endspiele kurze Reifezeit
Strategische Themen mittlere Reifezeit
Eröffnungssysteme/ -varianten längere Reifezeit (u.a. bei Umstellungen)