Tätigkeitsbericht der GKL für 2008
Liebe Schachfreunde,
die GKL ist zuständig für den Leistungssport der
beiden Schachverbände in Baden-Württemberg. Seit 1989 gibt es gemeinsame
D-Kader-Lehrgänge von BSV und SVW, seit also nunmehr 20 Jahren. Die Kosten des
Leistungssports trägt teilweise der Landessportverband, den Rest teilen sich
die beiden Verbände 1:1. Die Hauptlast der Ausbildung tragen aber die Eltern
der Spieler. (Zum Etat siehe den Kassenbericht 2008 der GKL.)
Herausragende Spieler 2008 waren unsere Teilnehmer
an der Schach-Olympiade: Arkadij Naiditsch, Ketino Kachiani-Gersinska, Rainer
Buhmann, Arik Braun und die Younsters Andreas Heimann, Sebastian Bogner, Falko
Bindrich und Manuela Mader. So ist Arkadij Naiditsch als einziger Deutscher an
der Schwelle zum Super-Großmeister (ELO 2700), Arik Braun holte die
Bronze-Medaille an der Junioren-Weltmeisterschaft in Gaziantep/Türkei und
Manuela Mader eine (doppelte) WGM-Norm bei der Schach-Olympiade in Dresden. Den
Stellenwert des baden-württembergischen Spitzenschachs zeigt die Zahl unserer Teilnehmer
an der Schach-Olympiade: 8 der 30 deutschen Spieler kommen aus unserem
Bundesland.
Wie schnitten unsere Jungs und Mädchen diesmal bei
den Europa- und Weltmeisterschaften ab? Außer Arik Braun (3., U20) konnte
niemand unter die ersten 10 vordringen. Bei der Europameisterschaft in Herceg Novi/Montenegro
kam Andreas Strunski auf Platz 12 in der U16. Andreas Heimann (19., U16),
Joshua Hager (37., U14), Slavik Sarchisov (42., U14), Manuela Mader (14., U18w)
und Andrea Srokowski (27., U10w) blieben genauso unter ihren Möglichkeiten wie
Xianliang Xu (22., U12) bei der Weltmeisterschaft in Vung Tau/Vietnam.
Dafür glänzten unsere Spieler bei IM- und
GM-Turnieren und Opens. Den IM-Titel bekam nun Amadeus Eisenbeiser verliehen,
alle IM-Normen zusammen haben Raoul Strohhäker und Andreas Heimann, Manuela
Mader alle WIM-Normen. Sie alle bekommen im Frühjahr ihren Titel zugesprochen.
Tobias Hirneise und Florian Dinger fehlt jeweils nur noch eine Norm. Die GKL
hat erstmals wieder die Turnierteilnahme im Ausland unterstützt, die IM- bzw.
GM-Turniere in Budapest und Prievidza zeigten dann auch IM-Normen für unsere
Spieler. Und … Arik Braun hat nun endlich den GM-Titel.
Auch in diesem Jahr war Baden-Württemberg wieder
bestes Bundesland bei den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften; jedoch nur,
wenn man die Wertung des Deutsch-Olympischen Sportbundes heranzieht. Hier
werden die jeweils ersten 10 der jeweiligen Altersklassen betrachtet. Auf
Medaillenränge kamen 2008 lediglich Andreas Heimann (2., U16), Andreas Strunski
(3., U16), Manuela Mader (3., U16w), Alisa Frey (3., U16w) und Andrea Srokovskiy
(3., U10w).
Das U20w-Team des SV Wolfbusch konnte nach dem
Vorjahreserfolg auf heimischem Boden dieses Jahr lediglich den 3. Platz bei der
deutschen Meisterschaft der Vereinsmannschaften erringen. Auch bei der
Ländermeisterschaft der Jugend konnten wir punkten. Württemberg Team 1 wurde Dritter
(bester Spieler: Andreas Strunski), das badische Team Siebter, Württemberg Team
2 Vierzehnter.
Immer populärer werden die deutschen Internet-Jugendmeisterschaften, die in den
Altersklassen U25, U18 und U14 ausgetragen werden. Die U18 gewann dieses Jahr
Tobias Tiemann, die U14 Jens Hirneise. Letzterer holte sich auch die
württembergische Einzelmeisterschaft (der Herren), sein Bruder Tobias den Titel
bei der offenen badischen Meisterschaft (der Herren).
Das Jugendolympiateam und teilweise auch die
A-Nationalmannschaften für die Schach-Olympiade 2008 wurden regelmäßig in der
Rhein-Neckar-Region (Karpow-Schachakademie) und in Baden-Baden
(Bundesstützpunkt) ausgebildet, teilweise vom ehemaligen Weltmeister Anatoli
Karpow selbst.
Mit 13 der 57 Bundeskader stellt
Baden-Württemberg trotz weiterer Verkleinerung der Bundeskader nach wie vor gut
ein Viertel der deutschen Spitzenspieler. Bundeskaderspieler vertreten
Deutschland auch bei internationalen Team-Wettkämpfen. So konnte Andreas
Heimann bei der U16-Europa-Mannschaftsmeisterschaft (Dvorkovich-Cup) punkten,
Manuela Mader bei der U18-Meisterschaft.
Ein Schwerpunkt der GKL-Arbeit lag auf der
Förderung der Spitzenspieler. Neben Zuschüssen, Trainingssonderförderung und
der Vermittlung von Normenturnieren hatte die GKL Anteil an der Durchführung des
IM-Turniers in Neuhausen. Auch weiterhin unterstützt die GKL IM- und
WIM-Turniere auf baden-württembergischem Boden auch finanziell, mit dem Ziel
der Erzielung von Normen für die Nachwuchsspieler.
Die GKL beschäftigt sich insbesondere
mit den Landeskaderspielern (D-Kader), dem Nachwuchs in Talentfördergruppen und
seit Ende 2003 wieder mit einer Mädchennachwuchsgruppe. Hinzu kommt die
Verantwortung für die jüngeren Bundeskaderspieler und seit 2005 für Jugendliche
unter 10 Jahren, für die (und deren Eltern) informative U10-Tage stattfanden,
seit letztem Jahr auch zusätzliche Trainingstage.
Das Training mit den Landeskadern
umfasst insbesondere die D-Kader-Lehrgänge sowie Stützpunkttraining in
Baden-Baden und Backnang. Landestrainer Jaroslav Srokovskiy bot 2008 wieder ein
ergänzendes E-Mail-Training an, und stellte in Abstimmung mit Heimtrainern,
Kaderspielern und deren Eltern Jahrestrainingspläne auf. In die
D-Kader-Lehrgänge wurden zum ersten Mal Trainingseinheiten zu Ernährungsfragen eingebunden.
Im November 2006 wurde das GKL-Landesleistungszentrum
Baden-Baden rückwirkend zum 1.1.2006 vom Bundesinnenministerium als
Bundesstützpunkt anerkannt. Dies geht nicht mit der Erhöhung von Mitteln
seitens des Bundes oder Landes einher. Im März 2007 stand hierzu und zum
Leistungssport in Baden-Württemberg ein Strukturgespräch mit dem
Landessportverband an. Zunächst sollten die Schachverbände aufzeigen, dass sie
professionell an den Leistungssport herangehen. Für das Jahr 2009 erwarten wir,
in die Förderstufe Eins aufgenommen zu werden (2008 gab es keine
Neufestsetzung), Personalmittel seitens des Landessportverbandes rücken hiermit
in Nähe, jedoch ist weiterhin nicht von einer Vollfinanzierung auszugehen.
Erste Trainingsmaßnahmen wurden vom
Bundesstützpunkt in Kooperation mit dem Schachzentrum Baden-Baden durchgeführt.
Bundes- und Landeskaderspieler nehmen regelmäßig an den Trainingsangeboten
teil. Hier konnte das Schachzentrum Baden-Baden um Christian Bossert u. a. Mark
Dvoretzky als Trainer gewinnen.
Die Schachverbände haben mittlerweile
den Bundesstützpunkt als Abteilung an das Schachzentrum Baden-Baden
angeschlossen. Mit Einweihung der Räumlichkeiten in „LA8“ (Gebäude der Grenke-Stiftung)
zur Osterzeit stehen dem Bundesstützpunkt bessere Möglichkeiten für seine
Tätigkeit zur Verfügung.
Durch die gleich hoch bleibenden Mittel
aus den Etats der beiden Schachverbände und des Landessportverbandes und aus einem
aus der Vergangenheit resultierendem Polster, können immer mehr Ideen umgesetzt
werden, die den Talenten und Spitzenspielern in verschiedenster Weise zu Gute
kommen. Einige der Aktionen habe ich oben erwähnt. Im Jahr 2008 kam ein
Trainertag für Trainer an den Talentstützpunkten hinzu, der positiv aufgenommen
wurde und nun jährlich stattfindet. In 2009 kommt es zum ersten Elterntag für
Eltern der Landeskaderspieler.
Für die Teilnehmer aber auch für die
Referenten, die Ansprechpartner der GKL und der Schachjugenden bedeutet dies Mehrarbeit
und vor allem mehr investierte Zeit. Derzeit sehen die Schachverbände jedoch
nicht vor, dies finanziell auszugleichen. Ob dann mittelfristig geeignetes
Personal zur Verfügung steht, ist fraglich.
Einzelne Punkte der vielfältigen Arbeit
(ohne Reihenfolge der Wichtigkeit, nicht abschließend):
Terminplanung
Jahresplanung/
Maßnahmenplan
Persönliche
Kontakte/ Gespräche/ Briefe/ E-Mails
Erstellung
Homepage www.gkl.bsv-schach.de bzw.
www.gkl.svw.info mit Terminplan
Presseberichte
Schachjahresbericht
2007/2008 für LSV
D-Kader-Lehrgänge:
-
Vorbereitung, Einladung, Durchführung und Abrechnung aller Lehrgänge
-
Belegung Lehrgänge 2008 und 2009 (1. Halbjahr)
Talentsichtungslehrgang:
-
Vorbereitung, Belegung, Einladung, Durchführung und Abrechnung des Lehrgangs
im Juli (als Zentrallehrgang für ausgewählte Stützpunktspieler)
Talentstützpunkte:
-
Abrechnung der Stützpunkte-Zuschüsse
-
Hochrechnung der Ausgaben der Stützpunkte zur Jahresmitte
-
Konkretisierung einheitlicher Vorgehensweise in den Stützpunkten
-
Scorecard bzgl. leistungssportlicher Gesichtspunkte der Stützpunktarbeit
Kasse:
-
Laufende Zahlungen
-
Haushalt 2008; Etatentwurf 2009
Bundeskaderanträge
Neue
D-Kader im Juli
Zuschussanträge
von Jugendlichen
GKL-Sitzungen
und –Ausschusssitzungen
Kontaktpflege
zum Schachzentrum Baden-Baden und zur Karpow-Schachakademie Rhein-Neckar
Weitere Informationen finden Sie auch
auf der GKL-Homepage (www.gkl.bsv-schach.de bzw. www.gkl.svw.info).
Mein Dank gilt auch an dieser Stelle
allen Kaderspielern, Eltern, Trainern und den dem Leistungssport Nahestehenden
für die konstruktive Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank an unseren
Landestrainer Jaroslav Srokovskiy der zusätzlich zu seiner Arbeit im Lande auch
Trainer bei der Jugend-Europameisterschaft war.
gez. Markus Keller, GKL-Geschäftsführer