Trainertag der GKL – Eintägiges Seminar der Stützpunkttrainer
(von Winfried Klehr, Stützpunkttrainer Stuttgart, SC Feuerbach mit Ergänzungen von Markus Keller)
Zu ihrem
ersten Trainertag lud die GKL am 1. Juni 2008 ins Markgraf-Ludwig-Gymnasium
nach Baden-Baden ein. Sechs Trainer aus fünf Talentstützpunkten
(Merzhausen/Freiburg-Breisgau,
Schwetzingen/Mannheim-Heidelberg, Stuttgart, Schömberg/Alb-Schwarzwald und
Lahr/Ortenau), den ehemaligen F-Kader-Stützpunkten, folgten der Einladung zur
Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch. Nikolaus Sentef, selbst Trainer und
Leiter des Stützpunktes Baden-Baden, zugleich Leistungssportreferent in Baden,
leitete sachkundig, unterhaltsam und flexibel durch das mehrstündige Programm.
Nachdem die Teilnehmer ihre fast durchweg mehrjährige Trainertätigkeit in den
Stützpunkten geschildert hatten, konnten sie dann während des Referats zur
„Organisation der Talentstützpunkte“ jederzeit Fragen stellen und eigene
Beiträge einbringen.
Der Zweck der Talentstützpunkte ist die Förderung von
schachbegabten/-interessierten Kindern (vornehmlich U12) und deren Hinführung
zu folgendem Leistungsprofil: im Alter von 10 Jahren eine DWZ von ca. 1250, mit
11 eine von ca. 1400, mit 12 eine von ca. 1550; das bedeutet eine Steigerung
von ca. 150 Punkten pro Kalenderjahr. Im Normalfall ist die Erfüllung dieses
Profils die Voraussetzung für die Aufnahme in den D-Kader. Erfahrungsgemäß
trainieren D-Kader-Kinder 10 Stunden pro Woche (in der Gruppe, aber auch zu
Hause) und spielen 50 Turnierpartien pro Jahr; für den Weg dorthin genügen
zumeist 5 Wochenstunden und 40 Partien pro Jahr. Neben dem Talent der Schüler
ist die Mitarbeit der Eltern für ihren möglichst störungsfreien Fortschritt
entscheidend, da ohne diesen Rückhalt eine langfristige schachliche Steigerung
neben dem Alltag sehr schwer ist. Aber auch das Umfeld im Verein trägt
wesentlich dazu bei.
Im zweiten Teil des Seminars illustrierte Nikolaus Sentef systematische
Trainingsarbeit für alle drei Partiephasen anhand mehrerer Beispiele und Trainingssituationen,
wobei er auch auf die Möglichkeiten des Schulschachpatents hinwies und selbst
dem Tandemspiel und anderen Varianten positive Seiten zugestand (u.a. Blick für
schwache Felder). Bei all dem betonte er die kindgerechte
Unterrichtsgestaltung. Weitere Themen waren: Betreuung während eines Turniers,
Kontakt zu den Eltern und Pressearbeit.
Neben Lehrgangsleiter Sentef standen auch GKL-Geschäftsführer Markus Keller und
Landestrainer Jaroslav Srokowski für organisatorische und schachliche Fragen
zur Verfügung.
Wichtig für jeden Talentstützpunkt ist, dass Jaroslav Srokowski auf Wunsch in
jedem Stützpunkt einmal pro Jahr ein Training gibt (Ohne Anfrage aber tut er es
nicht!). Zudem steht jeder der drei GKL-Vertreter per E-Mail oder telefonisch
bereit, um z.B. bei didaktischen Fragen oder bei Unterrichtsmaterialien zu
helfen.
Bleibt zu hoffen, dass auch die diesmal verhinderten Stützpunkttrainer beim
nächsten Mal mit dabei sind, zumal auch alles Zusätzliche (Anfahrtsplan, Imbiss,
Mittagessen, Fahrtkostenerstattung) gut vorbereitet war und großzügig behandelt
wurde. Vielen Dank an die GKL für diesen Lehrgang! Spätestens in einem Jahr, je
nach Bedarf/Interesse aber auch schon früher, findet der 2. Trainertag der GKL
in Baden-Baden statt.
Auf Anregung der Stützpunktleiter soll ein intensiverer Austausch zwischen den Stützpunkten stattfinden. Auch die Information „up-down“ soll verbessert werden; bisher sind nur recht wenige Artikel und Rundschreiben auf der Homepage der GKL www.gkl.bsv-schach.de bzw. www.gkl.svw.info verfügbar.
Zwei
weitere Talentstützpunkte wollen ab Herbst starten: Ein Stützpunkt soll die
Region um Schwäbisch Gmünd abdecken, ein weiterer soll die Hochburg Karlsruhe
beleben und wird voraussichtlich in Untergrombach angesiedelt. Aktive Trainer
bereiten dies regional vor.
Jährlich investieren die beiden Schachverbände in Baden und Württemberg 6.000 Euro in die Förderung der Jüngsten in den Talentstützpunkten. Zudem tragen Eltern, Vereine und meist die Bezirke einen Kostenanteil. Die besten Talente lädt die GKL auf Vorschlag der Talentstützpunktleiter zur jährlichen Talentsichtung im Juli nach Baden-Baden ein.
Mannheim, den 12.6.2008