U10-Tag der GKL in Baden-Baden – ein Bericht
Wie bereits in den Vorjahren lud die GKL auch am 26. April 2008 zum U10-Tag ein, zu einem Forum für Eltern der kleinsten Talente, für deren Trainer und für Sportverantwortliche der Schachverbände.
Doch der U10-Tag ist mehr. Neben den Gesprächen in der Gruppe und unter vier/sechs Augen, gab es auch einen Lehrgang für die Kleinsten, mit einer Fülle von Themen. Für viele der erst Acht- oder Neunjährigen war es der erster Tageslehrgang überhaupt – immerhin von 10 bis 17 Uhr, wenn auch mit vielen Unterbrechungen. Die Eltern konnten am Anfang der Trainingsstunden jeweils erleben, wie die Trainer Jaroslav Srokowski (Landestrainer), Ulrich Haag (Leistungssportreferent des SVW), Christian Bossert (Leiter des Schachzentrums Baden-Baden) und Alexander Häcker (Vertreter der Württembergischen Schachjugend; ehemaliger Cheftrainer Stützpunkt Stuttgart) mit ihren Kindern umgehen. Angeboten wurde der U10-Tag für Kinder, die eine DWZ von um die 1000 aufweisen und Jahrgang 98 oder 99 sind oder von Talentstützpunktleitern vorgeschlagen wurden.
Leider gab es dieses Jahr nur einen U10-Tag für Gesamt-Baden-Württemberg; mit 17 Kindern war die Übungsgruppe eigentlich schon zu groß, aber von den Trainern doch zu unterrichten.
Mit den Trainern und GKL-Geschäftsführer Markus Keller standen den Eltern und einem Vereinstrainer kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Wegen Parallelterminen konnte leider kein Vertreter der Schachjugend Baden dabei sein.
Markus Keller stellte anfangs die Gründe dar, warum die Schachverbände und die GKL schon frühzeitig den Kontakt zu Eltern sehr junger Talente aufnehmen wollen.
Immer früher müssen Kinder erkannt werden, damit diese später aus ihrem Talent etwas machen können – man erkennt auch immer früher Talente, da das Turnierangebot gerade für Jüngere verstärkt wird und die Turniere DWZ ausgewertet werden.
Für Wochenend-Lehrgänge sind die Kinder der Jahrgänge 98 und 99 allerdings meist zu jung - sinnvoller erscheint es, mehr vor Ort/ zu Hause zu machen. Mit den Eltern sollen deshalb Strukturen im Umfeld geschaffen werden; das Training mit Trainern (Heim-, Vereins-) soll gestärkt werden.
Die Fördermaßnahmen der GKL setzen bisher recht spät ein. Erkannt wurde auch, dass Schach als Leistungssport eine sehr teure Sportart ist (kompetenter Trainer, Turnierkosten mit Unterkunft, Ausstattung mit Schachsoftware und Hardware), so dass der finanzielle Aufwand bei einem Abspringen des Kindes vom Schach in den Sand gesetzt ist.
Ulrich Haag stellte anhand eines Folienvortrags u.a. den Nutzen von Schach und den ganzheitlichen Ansatz von Training vor.
In der Folge gab es einen intensiven Gedankenaustausch zwischen Trainern, Verantwortlichen der Verbände und Eltern. Einige der Punkte möchte ich wiedergeben.
Dass verschiedene mentale Fähigkeiten durch Schach gefördert werden, gilt als sicher. Zunehmend wird dem auch von Seiten der Eltern Rechnung getragen. Schach als Hobby ist akzeptiert. Eine andere Dimension ist das Hinwenden zum Schach als Sport und im nächsten Schritt zum Leistungssport.
Um die ersten Schritte in den Leistungssport Schach zu erleben, braucht das Kind ein förderndes Umfeld zu Hause und im Verein. Wenn ein Kind zudem Spaß an Schach hat und von sich aus Interesse zeigt, so sind das schon sehr gute Voraussetzungen hin auf dem Weg zum Spitzenspieler. Die GKL will unterstützend fördern. Ziel des Leistungssportgedankens ist es, dass die besten Kinder mit 17 oder 18 Jahren IM-Spielstärke haben. Das Einstiegsalter hat sich in Deutschland in den letzten Jahren immer weiter gesenkt, jedoch gibt es auch deutsche Großmeister, die erst mit 15 Jahren mit dem Vereinsschach angefangen haben.
Der
Landestrainer berichtete aus seinem vielfältigen Erfahrungsschatz. Konkret ging
er darauf ein, dass viele Kinder und Jugendliche falsche Ziele hätten. Ihnen
(und den Eltern) ginge es um Meisterschaften und Titel, wichtig wäre es aber,
an der tatsächlichen Spielstärke (gemessen in DWZ und ELO) zu arbeiten. Es kann
eben nur einer pro Jahr Meister werden. Allerdings sind DWZ-Zahlen aus wenigen
ausgewerteten Turnieren nur eingeschränkt aussagekräftig. Dies betrifft
natürlich vor allem die Kinder der anwesenden Eltern. Dies erkennt die GKL und
schaut hier auf weniger starre Kriterien. Generell sollten Eltern schauen, dass
sie und ihre Kinder nicht DWZ-fixiert sind. Bei einer konstant guten
Leistungssteigerung entwickelt sich die DWZ von selbst nach oben.
Die Kinder sollten sich jedes Jahr Ziele setzen, ambitioniert, aber erreichbar,
messbare Ziele.
Im Laufe der Entwicklung der Kinder werden DWZ-Zahlen immer wichtiger. Sie spiegeln das Spielstärkeniveau wider. Doch auch hier gilt: Einfach besser spielen, dann wird die DWZ automatisch besser. Für die GKL ist die Spielstärke bezogen auf das jeweilige Alter eines der Hauptkriterien für die Kaderkriterien.
Neben den o.g. Umständen für ein optimales Werden des Kindes (Spaß, Interesse, Umfeld, Eltern, Verein) ist nach Ulrich Haag auch ein (einheitliches) Trainings- und Wettkampfprogramm wichtig. Vorzuziehen ist es auch, wenn nicht ein Elternteil Trainer ist, sondern ein Dritter. Systematische Trainingspläne sollten individuell erarbeitet werden, ausgebildete Trainer haben hier Erfahrung. Zur Trainingsdidaktik gehören u.a. das selbständige Problemlösen, die eigene Auseinandersetzung mit seinen Fehlern, das Arbeiten unter Wettkampfbedingungen (Problemlösen mit der Uhr), das Training vom Einfachen zum Schwierigen, die eigenständige Analyse ohne PC.
Eine Steigerung der Spielstärke sollte in der Jugend sehr gut zu erzielen sein. Für Mädchen ist es im Schach einfach, Erfolge zu erzielen – wegen der geringeren Zahl Schach spielender Mädchen, aber auch wegen der geringeren Ansprüche, die zum Beispiel an Meisternormen gestellt werden.
Internet-Schachspielen: Auch wenn wohl keine direkte Suchtgefahr droht, so sollten keine bzw. nur wenig Blitzpartien gespielt werden, sondern besser zumindest 10- oder 20-Minuten-Partien. Auch ist es möglich, für einen geschlossenen Benutzerkreis eigene Internetplattformen zu nutzen.
Gerade während der Grundschule haben Kinder sehr viel Zeit (zum Beispiel für Schach), eine Zeit, die zunehmend weniger wird ab Einstieg in die fortführenden Schulen. Dies ist aber auch in etwa der Einstiegszeitpunkt für den D-Kader. Hierüber ist die GKL aufgefordert, sich Gedanken zu machen.
Um mit 17/18 Jahren IM zu sein, bedarf es einer jährlicher Steigerungder DWZ um im Schnitt 150 DWZ-Punkte, mal mehr, mal weniger. Nach einer von Jörg Hanisch entwickelten Faustformel wird ein Spieler um einen DWZ-Punkt besser, wenn eine Stunde trainiert UND eine Stunde Turnierschach spielt. Der Aufwand lässt sich also hochrechnen.
Das Schachtraining muss auf das Lebensalter und die Spielstärke zugeschnitten werden. So ist es für das Anfangsstadium viel wichtiger, Taktikaufgaben zu machen (Bildmuster und rechnen lernen), elementare Endspiele, elementare strategische Pläne, Eröffnungen. Für einige Schachbereiche muss sich das Gehirn des Kindes erst weiter ausbilden, Kinder unter 10 Jahren können es einfach nicht verstehen, abstraktes Denken (Positionsspiel-Training) ist in der Regel (unabhängig von der Intelligenz) erst ab diesem Alter möglich. Ein Entwicklungsmodell stellt Ulrich Haag vor (Anlage).
Mehrere Eltern wiesen auf den großen Stellenwert von Schachlernprogrammen hin, wie Fritz & Fertig. Über die Effizienz solcher Lernprogramme existieren keine fundierten Untersuchungen, sie können jedoch das Vereinstraining unterstützen. Nebeneffekt kann eine Hinwendung der Kinder zu anderen Computerspielen sein. Christian Bossert weist aber auch auf den Vorteil von Datenbankprogrammen wie Chessbase hin. Spitzenspieler nutzen zur Analyse verschiedene Programme, so genannte Engines.
Alexander Häcker stellte auch einige praktische Anwendungen der Kinder-Schach-Psychologie vor. So sei Lob sehr wichtig, auch wenn das Kind Partien verliert. So gründet dann das Lob z.B. darauf, dass 20 Züge lang gegen den starken Gegner durchgehalten wurde, o.Ä. Tadel – wenn überhaupt – sollte sich auf die Umstände außerhalb des Brettes beziehen. Bei der Partieanalyse sollten nur zwei, drei Fehler angesprochen werden.
Es gibt zwei Fehlerbereiche, die „bearbeitet“ werden können – Wissensdefizite und fehlerhafte Berechnungen. Und drei wichtige Säulen dazu: Allgemeine Schachtechnik aneignen, eigene Stärken trainieren, eigene Schwächen ausmerzen.
Die Turnierauswahl für die Talente ist schwer. Hier gibt es verschiedene Ansichten, ob z.B. Grand-Prix-Turniere geeignet sind. Meisterschaften und Opens sind wichtig. Bei Opens in der Regel B- oder C-Turniere, nach oben begrenzt. Aber auch ganz offene Turniere sind möglich, wenn das Kind (psychologisch durch Eltern) begleitet wird.
Wichtig
ist zudem, dass das Kind auch außerschachliche Aktivitäten im Schachumfeld
erlebt, sei es im Verein, sei es mit der SJB/WSJ, Grillen, Weihnachtsblitz, Fußball-Schach,
o.Ä.m.
Auch übergeordnete Anbieter, die Deutsche Schachjugend oder professionelle
Anbieter (wie Artur Jussupow oder Vereine) sowie die Karpow-Schachakademie
Rhein-Neckar bieten Schach-Camps, die teilweise Schach, teilweise einen
Freizeit-Rahmen beinhalten.
Daneben ist ein Ausgleichssport zusätzlich zum regelmäßigen wöchentlichen
Schachtraining wichtig.
Blitzschach ist der Spielstärkeverbesserung nicht förderlich, jedoch auch kein „Zufallsschach“. Hier sind mehr taktische Zugfolgen von Belang, die schnelle Erkennung von Stellungsbildern und -wechseln. Christian Bossert sieht bei übermäßigem Blitzschach aber auch die Gefahr des Abgleitens zum „Zocker“.
Die Referenten lobten alle die Kindergruppe. Alle Kinder waren sehr motiviert und haben rege mitgemacht. Auch miteinander gingen die Kinder sehr gut um, was sich auch in den Pausen bewies.
Nun stellt sich die Frage für die GKL, was wir für die Zielgruppe der unter-10-Jährigen in Zukunft tun wollen, tun können; neben dem Angebot das Gespräch mit den Eltern aufrecht zu erhalten. Dies setzt einen Diskussionsprozess innerhalb der GKL und der Schachjugenden voraus, der in 2008 abgeschlossen sein sollte.
gez. Markus Keller, 1.5.2008
Anlage:
Teilnehmerliste 26.4.2008
Turnierliste
Literaturliste
Info-Blatt vom 26.4.2008
Entwicklungsmodell
Folien von Ulrich Haag (als pdf)
Teilnehmerliste:
Julian Boes + Vater
Linus Bohlsen + Vater
Christian Bossert, Schachzentrum Baden-Baden
Alvin Bürck + Vater
Tristan Busch + Vater
Tim Groß + Vater
Adrian Gschnitzer + Vater
Ulrich Haag, Leistungssportreferent SVW
Alexander Häcker, ehem. Cheftrainer Stützpunkt Stuttgart, Vertreter der WSJ
Tobias Hermann + Vater + Trainer Armin Holzinger
Markus Keller, GKL-Geschäftsführer
Benjamin Kloß + Eltern
Christian Küster + Vater
Lukas Maier + Vater
Ajay Shankar + Mutter
Alexander Schimmele + Mutter
Jaroslav Srokowski, Landestrainer
Jan Stürzel + Eltern
Christof Warsinsky + Vater (Th. Hochgeschurtz)
Tom Weber + Vater
Olga Weis (+ Trainer Jaroslav Srokowski)
Gregor Zacke (+ Trainer Alexander Häcker)
Turnierliste:
Für die U10-Gruppe aktuell gut geeignet sind Turniere mit Spielstärkebegrenzung nach oben.
Hierzu zählen:
Zweimal Deizisau-Open, B- oder C-Turnier (5 Tage über Ostern; 4 Tage im Herbst)
Badischer Schachkongress, Allgemeines Turnier (8 bis 9 Tage über Ostern; jährlich wechselnder Ort)
Hassloch-Open, B-Turnier (4 Tage über Pfingsten)
Baden-Baden-Chessfestival, B- oder C-Turnier (wechselnde Zeiten; wieder in 2009)
Stuttgarter Stadtmeisterschaft (4 Tage über Christi Himmelfahrt)
Hinzu kommen:
Offizielle Meisterschaften (Bezirk, Kreis, Land, Bund), so kein Freiplatz für übergeordnete Meisterschaft möglich ist
Mannschaftskämpfe (möglichst ein, zwei Klassen höher, als der Verein meint ) *)
Grand-Prix-Turniere (zur Auflockerung)
U8- bzw. U12-Sichtungsturnier beim Badischen Schachkongress (1 bzw. 4 Tage über Ostern)
bzw. Badischer Jugendkongress (4 Tage über Christi Himmelfahrt)
*) Generell sollten sich die Kinder an Gegnern messen, die 100 bis 200 DWZ besser sind als sie selbst. Die DWZ, die die Kinder am Anfang einer Saison haben, haben sie schon zur Saisonmitte nicht mehr. Dies sollte der Verein bei der Ranglisten(abgabe) berücksichtigen.
Literaturliste: (zusammengestellt von Christian Bossert, Nikolaus Sentef und Ulrich Haag)
|
Autor |
Buch |
Bewertung |
Ab DWZ |
Quellenangabe |
Art |
|
Aagard |
Verbessern Sie Ihre Variantenberechnung im Schach |
***** |
|
|
|
|
Bastian, H. |
Schachsportabzeichen |
***** |
|
Saarbrücken 2000 |
Allgemein |
|
Bastian, H. |
Übungsblätter |
***** |
|
Emmersweiler 1974 |
Allgemein |
|
Bastian, Herbert |
Schachgrundkurs 1-3 |
***** |
Anfänger |
|
|
|
Bloch, W. |
Kombinationskunst |
***** |
|
1993 |
Taktik |
|
Bojki/Polodowin |
Schach im Selbstunterricht |
|
|
St. Petersburg 1992 |
Allgemein |
|
Bönsch, E.+U. |
Schachlehre |
*** |
|
Sportverlag Berlin 2000 |
Allgemein |
|
Damiano |
Questo libro e da imparare … |
|
|
Rom 1512 |
Historisch |
|
Dworetski, M. |
Endspielakademie |
***** |
|
|
Endspiele |
|
Dvoretzky/Jussupow |
alle Bücher |
***** |
Ab 1600 |
|
|
|
Euwe, M.* |
Amateur gegen Meister |
**** |
|
|
|
|
Euwe, M.* |
Urteil und Plan |
**** |
|
Beyer |
Allgemein |
|
Euwe, M.* |
Feldherrnkunst im Schach |
** |
|
C. Bange Verlag 1991 |
Allgemein |
|
Göttinger Handschrift |
Erstes Buch über Schach |
|
|
Nancy, ca. 1490 |
Historisch |
|
Greco, G |
Partiensammlung |
|
|
1619 |
Historisch |
|
Igney, V. |
Erfolgreich kombinieren |
|
|
Edition Olms 2002 |
Taktik |
|
Jussupow, u.w. Trainer |
Chess Tigers Universität |
***** |
Anfänger-2200 |
Lernpro-gramm |
|
|
Kallai |
Buch der Eröffnungen |
**** |
Anfänger-1600 |
|
Eröffnungen |
|
Karpow,A./Gik,E. |
Schachstudien der Weltmeister |
** |
|
Beyer Verlag 1991 |
Allgemein |
|
Keres |
Praktische Endspiele |
**** |
|
|
|
|
Krogius, N. |
Psychologie im Schach |
** |
|
Sportverlag Berlin 1983 |
Eltern/ Trainer |
|
Lasker, Dr. Em. |
Lehrbuch des Schachspiels |
|
|
Rattmann 1977 |
Allgemein |
|
Lengwenus, Bjoern |
Fritz und Fertig 1-3 |
***** |
|
Terzio |
Software |
|
Lindörfer, K |
Schachlexikon |
** |
|
Mosaik Verlag 1991 |
Allgemein |
|
Lolli, G |
Osservazioni Teoretico… |
|
|
Modena 1763 |
Historisch |
|
Lucena, L.R. |
Repetition de amores … |
|
|
Salamanca 1497 |
Historisch |
|
Mazukewitsch, A. |
Verflixte Fehler |
** |
|
Sportverlag Berlin 1991 |
Kurzpartien |
|
Mednis |
Endspieltraining nicht nur für Anfänger |
|
|
|
|
|
Mednis |
Gewinne das Endspiel! |
|
|
|
|
|
Nikolaiczuk, L. |
Bauernendspiele |
|
|
Beyer Verlag |
Endspiele |
|
Nimzowitsch, A. * |
Mein System |
*** |
|
Berlin-Frohnau 1965 |
Strategie |
|
Nunn |
|
|
|
|
|
|
Pachmann, L. |
Endspielpraxis im Schach |
** |
|
Heyne |
Endspiel |
|
Polerio, G.C. |
Sammlung von Partien |
|
|
Ausgabe 1590 |
Historisch |
|
Renaud/Kahn |
Der erfolgreiche Mattangriff |
|
|
„Das Schacharchiv“ 1969 |
Taktik |
|
Reti, R. |
Die Meister des Schachbretts |
|
|
Mährisch-Ostrau 1937 |
Allgemein |
|
Richter, K. |
666 Kurzpartien |
|
|
Berlin 1966 |
Kurzpartien |
|
Richter, K./Teschner |
Schach Matt |
|
|
Edition Beyer |
Taktik |
|
Roisman, A. |
400 Kurzpartien |
|
|
Sportverlag Berlin 1966 |
Kurzpartien |
|
Rosen, B. |
Fit im Endspiel |
*** |
|
Kinguin 1995 |
Endspiele |
|
Schurawljew |
Schritt für Schritt |
|
|
Moskau 1986 |
Allgemein |
|
Schuster, Th. |
Schach, das Handbuch… |
|
|
Falken-Verlag 1977 |
Allgemein |
|
Sobeck |
Heiner und die 64 Felder |
** |
|
Jugendschachverlag 1997 |
Allgemein |
|
Suetin, A. |
Typische Fehler |
** |
|
Ullstein |
Eltern/ Trainer |
|
Suetin, A. |
Schachtraining |
** |
|
Ullstein |
Eltern/ Trainer |
|
Thomas, P. |
Arbeitsblätter |
|
|
Verlag an der Ruhr 1996 |
Allgemein |
|
Van Wijgerden, C./ Brunia, R. |
Stappen-Methode |
***** |
Anfänger-2000 |
Chessgate 2003-2007 |
Lernpro-gramm |
|
Webb |
Schach für Tiger |
**** |
|
|
|
|
Watson, John L |
Geheimnisse der modernen Schachstrategie |
|
|
|
|
Nikolaus Sentef: Die Literaturliste ist bei weitem nicht vollständig, andererseits sind sehr viele Titel genannt. Die fett geschriebenen Titel halte ich für besonders wertvoll, die mit Sternchen versehenen Werke sind ziemlich schwer. Die historischen Bücher und die Kurzpartien sind für die Spielstärke unserer Schützlinge sehr gut geeignet, weil sie eher kurze und Taktik geladene Partien enthalten. Aus den historischen Büchern kann man die Entstehung der Theorie der offenen Eröffnungen verfolgen. Ich schlage vor, anhand dieser Liste nach besonderen Vorlieben der jeweiligen Spielerin / des jeweiligen Spielers noch einmal eine Selektion zu machen und aus jeder Kategorie wenige Werke auszuwählen.
Christian Bossert: Die Bewertung soll die Eignung für Kinder vom U10-Alter bis kurz vor den Einstieg in den D-Kader zeigen.
Anm.: - siehe auch -
Literatur für Trainer von Jugendgruppen: http://www.schulschachstiftung.de/shop_lehrmaterial.htm
Rahmentrainingsplan des DSB:
http://www.schachbund.de/intern/referate/leistungssport/Rahmentrainingsplan.pdf
Info-Blatt U10-Tag, Baden-Baden, 26.4.2008
Informationen zum Leistungssport: www.gkl.svw.info oder
Informationen zum Schachverband Württemberg: www.schachverband-wuerttemberg.de
Informationen zum Badischen Schachbund: www.badischer-schachverband.de
Informationen zu den Schachjugenden: http://sjb.badischer-schachverband.de bzw. www.wsj-schach.de
Offizielle „Verkündigungsorgane“ der beiden Schachverbände ist die „Rochade Europa“, eine monatliche Schachzeitung mit Regionalteilen. Probeexemplare bei Rochade, Postfach 1154, 99601 Sömmerda.
Die beiden unabhängigen Schachverbände Badens (BSV) und Württembergs (SVW) wollten ursprünglich bis 2010 zu einem Schachverband Baden-Württemberg fusionieren, das Projekt ist aber mittlerweile auf Eis gelegt.
Auf einigen Gebieten wird zusammengearbeitet, zum Beispiel beim Schulschach und Leistungssport. Für den Leistungssport ist die Organisation „GKL“ = Gemeinsame Kommission für Leistungssport der Schachverbände Baden und Württemberg zuständig. Sie hat einen eigenen Etat und eigene Gremien.
Die GKL-Mitglieder kommen einmal jährlich zusammen. Stimmberechtigt sind die beiden Verbandspräsidenten (Fritz Meyer/Baden und Armin Winkler/Württemberg in Vertretung von Dr. Hans Ellinger), die beiden Schachjugend-Vorsitzenden (Christoph Kahl/Baden und Michael Meier/Württemberg), die beiden Leistungssportreferenten (Nikolaus Sentef/Baden und Ulrich Haag/Württemberg), der Geschäftsführer (Dr. Markus Keller), der Landestrainer (IM Jaroslav Srokowski) und der Vertreter der GKL beim Deutschen Schachbund (FM Christian Bossert)
Die tägliche Arbeit machen die Ressortchefs für ihr Ressort bei enger Abstimmung mit den übrigen GKL-Mitgliedern.
Ansprechpartner für Sie und Ihre Kinder:
|
GKL-Geschäftsführer |
GKL-Landestrainer |
|
Dr. Markus Keller |
IM Jaroslav Srokowski |
|
0621-1560019 |
07221-809233 |
|
Leistungssportreferent Baden |
Leistungssportref. Württemberg |
|
Nikolaus Sentef |
Ulrich Haag |
|
07224-656688 |
07191-64694 |
|
|
|
|
Württembergische Schachjugend – Vorsitzender |
Württembergische Schachjugend – 2. Vorsitzende |
|
Michael Meier |
Gabriele Häcker |
|
0170-5405367 |
0711-8873049 |
|
|
|
|
Schachjugend Baden – Vorsitzender |
Schachjugend Baden – 2. Vorsitzende |
|
Christoph Kahl |
Sina Böttger |
|
06271-916547 |
0176-21183072 |
Aufbau des Leistungssportsystems:
Das System gründet sich auf Förderung von Kaderspielern.
Bundeskaderspieler werden vom Deutschen Schachbund betreut, Landeskaderspieler (= D-Kaderspieler) von der GKL, Teilnehmer der Talentstützpunkte (früher auch F-Kader genannt) von den regionalen Stützpunkten.
Der D-Kader besteht aus 42 Spielern und Spielerinnen. In den höheren Kadern (D4 und D3; insg. 16 Spieler) spielen die älteren und besseren, in den unteren Kadern (D2 und D1; insg. 26 Spieler) die jüngeren und noch nicht so guten Spieler.
Ziel der GKL / der Leistungssportförderung ist es, dass die Kinder (die besten von ihnen) mit 18 Jahren die Spielstärke eines Internationalen Meisters haben.
In den neun Talentstützpunkten in ganz Baden-Württemberg trainieren ca. 130 Spieler.
Kriterien für die D-Kaderaufnahme:
Die folgenden Kriterien geben den Stand Frühjahr 2008 wieder. Die Kriterien können sich jedes Jahr ändern. Im Juli jeden Jahres findet die GKL-Talentsichtung statt, die letzte Anhaltspunkte liefert, welche Kinder in den D-Kader aufgenommen werden.
So gibt es für die einzelnen D-Kader Grenzen bezüglich Alter und Leistung (D4: mind. 1900, D3: mind. 1750, D2: mind. 1500). Bei Mädchen wurden die Grenzen nicht so eng angesetzt. 2007 wurden – mit einer Ausnahme – nur Kinder mit Jahrgang zwischen 1995 und 1997 neu aufgenommen.
Wichtig ist auch, dass die Spieler an ersten Turnieren teilgenommen haben („bestätigte DWZ“), aber auch Trainereinschätzungen werden berücksichtigt.
Entwicklungsmodell (nach Ulrich Haag):
|
Alter |
Trainer |
Turniere |
Partien/ Jahr |
Trainingsinhalte |
Trainings- dauer |
Denken |
Literatur (Beispiele) |
|
|
|
|
|
|
im Jahr |
|
|
|
6 |
Verein, Familie |
|
|
Diplome (Bauern-, Turm-, Königsdiplom) |
|
konkretes Denken |
Stappenmethode |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
7 |
Verein, Einzeltraining |
KJEM, offizielle Jugendturniere |
25 |
Kombinationen, Endspiele, Studien, Partien, Grundzüge der Eröffnung |
|
konkretes Denken |
Fit im Endspiel, Kombinationenkunst Bloch, Partiebücher, Stappenmethode |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
8 |
Verein, Einzeltraining |
KJEM, BJEM, WJEM, A/B-Klasse, Open, Jugendturniere |
40 |
Kombinationen, Endspiele, Studien, Analyse der Partien |
45 Std. |
konkretes Denken |
Fit im Endspiel, Kombinationenkunst Bloch, Erfolgreich kombinieren, Partiebücher, Stappenmethode |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
9 |
Verein, Einzeltraining |
nationale Jugendturniere (BJEM, WJEM, DEM), Open, Kreis-/Bezirks-Klasse |
50 |
Kombinationen, Endspiele, Studien, Analyse der Partien, Aufbau eines Eröffnungsrepertoirs, erste strategische Elemente |
60 Std. |
konkretes Denken |
Fit im Endspiel, Kombinationenkunst Bloch, Stappenmethode, Erfolgreich kombinieren, Geheimnisse der Schachtaktik, Partiebücher, Eröffnungsliteratur |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
10 |
Verein, Einzeltraining |
Nationale Wettbewerbe (z.B. DJEM ), Besuch internationaler Wettbewerbe, Open, Landesliga |
60 |
Kombinationen, Endspiele, Mittelspiele, Analyse der Partien, Ausbau des Eröffnungs-repertoirs, Positionsspiel |
125 Std. |
abstraktes Denken |
Fit im Endspiel, Kombinationenkunst Bloch, Erfolgreich kombinieren, Geheimnisse der Schachtaktik, Partiebücher, Eröffnungsliteratur, Stappenmethode |